Geschichte

Der Schützenverein Horn wurde aus der Not gegründet

 

Der Schützenverein Horn kann 2019 auf sein 100- jähriges Bestehen zurückblicken.

Im Jahr 1919 wurde er gegründet. Die Landbevölkerung hatte nach dem Weltkrieg keine Ruhe vor Überfällen durch "Hamsterer", die sich bei großen und kleinen Höfen das Notwendigste "besorgen" wollten; in den meisten Fällen wurde sogar Gewalt angewendet. So war ein jeder in der Bauernschaft auf sich selbst angewiesen und musste sich schützen. Drei beherzte Männer fassten den Entschluss, nachts freiwillig in der Bauernschaft zu patroullieren. Der Landwirt Caspar Heinemann rief die Horner Bevölkerung zum Selbstschutz auf, und seinem Ruf folgten gleich 48 Einwohner.

So wurde am 14. September 1919 in der Gräflichen, Merveldtschen Wirtschaft (heute bekannt als "Zum letzten Wolf") in der Bauernschaft Horn ein Selbstschutz gebildet unter dem Vorsitz von Caspar Heinemann. Zweiter Vorsitzender wurde Theodor Kortsteger, Bernhard Heitbaum und Josef Heimann wurden später Kassierer und Schriftführer. Josef Heimann gab damals die überraschende Erklärung ab, dass er Mitglied der Herberner Bürgerwehr sei und ein Gewehr und genügend Munition besäße, um wirksam den gegründeten Selbstschutz unterstützen zu können. Das Kind bekam einen anderen Namen und man nannte sich von diesem Tag an "Schützenverein Horn"

Der Vorstand und alle Anwesenden waren mit diesem Beschluss einverstanden. Der Vorstand wurde beim damaligen Wehrkreiskommando in Münster vorstellig, um die Genehmigung zur Vereinsgründung einzuholen. Dem Antrag wurde stattgegeben und das Amt Herbern von der Gründung des Vereins in Kenntnis gesetzt.

 

Urkunde über die Vereinsgründung

Die erste Urkunde über die Vereinsgründung wurde vom Wehrkreiskommando III in Münster einbehalten. Der Text lautet:

"Horn, bei Herbern, den 14.09.1919.

Heute wurde der Schützenverein Horn gegründet. Er wurde als Verein "Schützenverein Horn" benannt. Der Verein wurde gegründet :

Grund: 1. Allgemeine Unsicherheit auf dem Lande.

             2. Ein besseres Zusammenhalten der Landbevölkerung fördern.

Als Vorstand des Vereins fungierten:

            Caspar Heinemann  - 1. Vorsitzender

            Theodor Kortsteger - 2. Vorsitzender

            Bernhard Heitbaum - Kassierer

            Josef Heimann         - Schriftführer"

 

Die Horner Bürger waren begeistert und niemand in der Bauernschaft dachte daran, abseits zu stehen. Sie waren gegen jeden Überfall, hauptsächlich in der Nacht, gesichert und nennenswerte Überfälle waren nicht mehr zu verzeichnen. Es dauerte nicht lange, da zählte der Verein über 90 Mitglieder, darunter die Grafen, Ferdinand und Franz von Ferveldt.

 

Schützen sammelten Mehl und Speck für Ihre Frauen

Nur die Frauen fürchteten sich, ob die Männer ihrer schweren Aufgabe gewachsen seien, da sie auch bei Nacht unterwegs waren. Der Verein setzte sich zur Aufgabe, auch die Frauen für den neuen Schützenverein zu gewinnen. Alle Männer gingen damals in der knappen Lebensmittelzeit von Hof zu Hof, von Haus zu Haus, um Naturalien zu sammeln. Zwei Zentner Mehl, 600 Eier, mehrere Pfund Speck und Fett wurden so aufgetrieben. Und so lud der Verein seine Frauen zum Kaffekränzchen am 09. November 1919 beim Festwirt Sudhues mit anschließendem Ball ein.